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  • klassifizierte Vorstellung von Verhaltensstörungen
  • Bereich des optimalen Wohlbefindens des Hundes
  • Auswirkung von Stress

Der Nachweis psychischer Veränderungen wird gerade bei hoch entwickelten Säugetieren, wie beispielsweise den Hunden, auch dadurch erschwert, dass Tiere individuell genauso unterschiedlich auf Belastungen reagieren, wie Menschen: Während das eine Individuum möglicherweise verstärkt ängstlich oder unsicher wird, reagiert ein anderes mit zunehmender Aggression oder auch Teilnahmslosigkeit.

Zur Beurteilung eines psychologischen Zustandes eines Tieres muss also nicht nur dessen Gesamtverhalten herangezogen werden, vielmehr sollte auch eine möglichst gute Kenntnisse seines vorherigen Verhaltens / seiner Verhaltensentwicklung vorliegen.

Verhaltensprobleme entstehen zumeist dann, wenn die Umweltanforderungen die Fähigkeiten eines Individuums zu einer sinnvollen Interaktion unmöglich machen, also sein Anpassungsvermögen überfordern. Vor allem Instabilität und Unvorhersagbarkeit seiner Umwelt – und besonders seines Halters – sind für einen Hund extrem belastend und stressvoll.

In der Biologie beschreibt Stress jeglichen Zustand, der von einem Ruhezustand abweicht. Eine Stressreaktion ist zunächst einmal einfach die Erstellung einer körperlichen und mentalen Bereitschaft, auf eine Herausforderung reagieren zu können. Das kann eine positive oder negative Herausforderung sein: Stress entsteht während der Beutejagd und Nahrungsaufnahme ebenso wie beim Spiel, bei der Fortpflanzung, oder während einer Auseinandersetzung. Stress ist also nicht grundsätzlich schlecht – im Gegenteil. Wie fast immer, ist das Maß entscheidend. Die Empfindung von Stress findet vor allem auf einer subjektiven, emotionalen Ebene statt und es ist daher aus menschlicher Sicht zuweilen schwierig einzuschätzen, welche Situation für ein Tier in belastender Weise stressvoll ist und welche nicht.

Innerhalb seines individuellen Anpassungsvermögens gibt es für jeden Hund einen optimalen „Wohlfühlbereich“. Der eine Hund fühlt sich am wohlsten, wenn er ständig beschäftigt ist, neue Hunde und Menschen trifft – wenn er also viel positiven Stress erfährt. Ein anderer Hund will vielleicht auch beschäftigt werden, aber vorzugsweise mit einer festen, gleichbleibenden Aufgabe. Wieder ein anderer Hund fühlt sich vor allem dann wohl, wenn er viel Ruhe hat.

Wie weit und für wie lange ein Hund sich außerhalb dieses Bereiches befinden kann, ohne ernsthafte Probleme zu entwickelt, ist unterschiedlich und beschreibt eben sein Anpassungsvermögen. Es ist daher wichtig, den Bereich des optimalen Wohlbefindens eines Hundes zu kennen und ihm die dafür erforderlichen Umweltbedingungen zur Verfügung zu stellen, denn Problemverhalten oder Verhaltensstörungen eines Hundes zeigen also vor allem eines an: die dauerhafte Überschreitung seines individuellen Anpassungsvermögens.

  • Dr. Dorit Feddersen-Petersen

    Sie ist Fachtierärztin für Verhaltenskunde und führt zugleich die Zusatzbezeichnung Tierschutzkunde. Als Ethologin liegt ihr Schwerpunkt in der Erforschung des Verhaltens von Tieren aus der Familie der Hunde. Sie ist als Dozentin tätig und auch als Autorin sehr erfolgreich.

Normalverhalten versus Verhaltensstörungen

Das Seminar befasst sich mit dem Erkennen des optimalen Wohlbefindens des Hundes, um Verhaltensstörungen zu vermeiden.

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Folgende Themen werden wir ausführlich besprechen:

  • Verhaltensstörungen werden klassifiziert vorgestellt

  • Bereich des optimalen Wohlbefindens eines Hundes

  • Auswirkung von Stress

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